Rezension zu Muss man wissen - Ein Interview mit Dr. Axel Stoll

Muss man wissen- Ein Interview mit Dr. Axel Stoll

Nachdem ich, bedingt durch mein Studium, viel weniger Zeit für das triste Leben des NSL-Forums und seiner Führungsfigur Dr. Stoll aufbringe, habe ich mich erstmals seit Monaten wieder länger am Stück mit den Äußerungen und der Welt des Dr. Stoll auseinandergesetzt. Mit einiger Verspätung (ich bin wohl einer der letzten Rezensenten) kommt hier also auch meine Rezension. Ich hoffe, man sieht mir den konfusen Aufbau nach, denn ich hatte bisher noch keine einzige Rezension geschrieben.

Was ist im Buch enthalten?

Das Buch setzt sich aus einer Einleitung der Autoren Sebastian Bartoschek und Alexander Waschkau, dem Interview (begleitet von vielen Fußnoten), einer Nachbetrachtung mit Schwerpunkt auf die psychologische Analyse der Person Stoll und einem Sach- und Personenregister zusammen.

Das Interview

Das Interview zieht sich über ca. 120 Seiten und behandelt praktisch alle wichtigen Thesen, die Stoll auch schon während seinen Vorträgen am NSL-Stammtisch vorgetragen hat. Wer die Thesen noch nicht kennt, wird sicher zwischen Ungläubigkeit, Amusement, Fassungslosigkeit und vielleicht auch Verzweiflung hin und her schwanken.

Für jene, die Stolls Vorträge schon zur Genüge kennen, ist der Zugewinn an Erkenntnis natürlich deutlich geringer. Am ehesten fasst das Interview, gemeinsam mit den umfassenden Erklärungen in Fußnoten und Anhang, die Welt des Dr. Axel Stoll zwischen zwei Buchdeckeln zusammen.

Die Nachbetrachtung

Die Nachbetrachtung gibt einen kurzen Überblick zur psychologischen Beurteilung Stolls und seiner Aussagen und zeichnen ein Bild, bei dem man fast ein wenig Mitleid bekommen könnte, wenn da nicht die menschenverachtenden und wohl auch ernst gemeinten Äußerungen wären.

Die Fußnoten und das Sachregister

Die zahlreichen Fußnoten und das Sachregister geben einen guten Überblick über die einzelnen Thesen, Zusammenhänge und Personen, auf die sich Stoll immer wieder bezieht. Hierbei ist natürlich wiederum für „Stoll-Kenner“ wenig neues zu finden.

Fazit

Menschen, die sich bisher nicht oder nur wenig mit dem Phänomen Stoll beschäftigt haben, erhalten mit diesem Buch einen guten Überblick, nicht nur über Stoll, sondern auch über die Gedankenwelt, die nicht nur in dessen Kopf umhergeistert. Wer den Mann noch nicht kennt, wird sicher öfter lachen müssen (auch wenn die Materie eigentlich traurig bis erschreckend ist), als derjenige, der seinen Rotz schon etliche Male ertragen hat. Mich hat nur die Stelle amüsiert, in der er über seine Facebook-Fans spricht (Er geht an dieser Stelle davon aus, dass eine Satire-Fan-Seite mit über 5.000 Fans eine ernsthafte Anhängerschaft seiner „Lehre“ ist). Eine solche Verblendung hatte ich selbst ihm dann doch nicht zugetraut, aber es liegt vielleicht auch an seiner Unerfahrenheit mit dem Internet.

Sehr positiv anzumerken ist, dass die Gefahr Stoll und seinen Gedanken eine Plattform zu bieten sehr gering ist. Ein paar Unbelehrbare (Mario & Co.) könnten das sicher anders sehen aber neue (ernsthafte) Anhänger dürften Stoll und seine Ideen kaum bei den Lesern gewinnen, vielmehr macht das Ganze einen eher traurigen Eindruck.

Ich finde es auch positiv, dass in der Nachbetrachtung kein blindes Draufschlagen erfolgt, sondern eine differenzierte Betrachtung. Die psychologische Analyse ist, wenn auch kompakt, sehr gut verständlich und auch für völlige Laien wie mich nachvollziehbar formuliert. Ich hätte mir allerdings eine längere Nachbetrachtung gewünscht. Um den Menschen hinter den wahnwitzigen Geschichten, Lügen und Phantasien zu sehen, hätte es ein paar mehr Seiten bedurft. Und auch ein tieferer Einblick in die Psychologie wäre für mich interessant gewesen.

Über den eigentlichen Menschen Stoll erfährt man aber leider nur wenig. Es hätte mich gefreut, wenn dort ein wenig mehr nachgebohrt worden wäre, zum Beispiel, wenn er sich auf seine Familie bezog. Ich kann allerdings nicht beurteilen kann, wie sensibel er darauf reagiert hat und dies vielleicht zum Abbruch des Interviews hätte führen können oder ob er nicht ohnehin alles abblockt, was einen tieferen Blick ermöglichen könnte. Wobei sich auch wieder fragt, ob da überhaupt noch etwas ist.

Wer sich für das Internetphänomen Stoll interessiert aber noch nicht allzu viel über ihn weiß, dem kann ich klar eine Kaufempfehlung aussprechen. „Stoll-Kenner“ können auch zugreifen, auch wenn ich hier nicht uneingeschränkt den Kauf empfehlen kann. Es hängt halt mit der Erwartungshaltung zusammen. Erfahre ich neues über Stoll? Im Prinzip nicht, aber das Buch veranschaulicht doch sehr anschaulich die gleichzeitige Begrenztheit und Beliebigkeit, die Stolls Weltbild zugrunde liegt – für mein Dafürhalten in Schriftform mehr als im Youtube-Video, da hier zumindest ein wenig Dialog und kein reiner Monolog stattfindet, auch wenn es „Stoll-bedingt“ manchmal das Abrufen der typischen Phrasen ist.

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